Historische Berichte Teil1

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Der Werdegang der Dt. Zwergreichshühner

Historische Berichte

Der Werdegang der Deutschen Zwerg-Reichshühner

Mit diesen Zeilen soll versucht werden, den historischen und auch den organisatorischen Verlauf der Zwerg-Reichshuhn-Zucht aufzuzeigen. Die hellen Deutschen Zwergreichshühner wurden bekanntlich vor ca. 45 Jahren von dem verstorbenen Zfr. Borchards und damaligen 1. Vorsitzenden des SV der Züchter Deutscher Zwerg-Reichshühner, Bundes-Ehrenmeister Richard Knieper, herausgezüchtet. Diese beiden Züchter haben damals laufend ihre Erfahrungen ausgetauscht. Dieser Schriftverkehr liegt heute noch vor. Der weiße Farbenschlag entstand etwa zur gleichen Zeit im sächsischen Raum. Alle anderen Farbenschläge sind viel später entstanden.


Die erste SV-Gründung


Im Jahr 1936 schlossen sich die Zwergreichshuhn-Züchter zu einem „SV der Züchter Deutscher Zwerg-Reichshühner“ zusammen. Dieser hat ununterbrochen bis einige Jahre nach dem 2. Weltkrieg bestanden. Vorsitzender dieser Vereinigung war der damalige Vorsitzende des Kreisverbandes Zwönitz, Zfr. Ernst Beutner.

Als sich nach dem Krieg die alten Geflügelzüchter, teilweise trotz Verbotes, in den Ortsvereinen, Kreisverbänden und auch in den verschiedenen Landesverbänden wieder zusammenfanden, waren es nicht zuletzt die Zwerg-Reichshuhn-Züchter, die sich daran machten, die alten Zuchtgemeinschaften aus den Trümmern wieder aufzubauen.

Entwicklung nach 1945


Infolge der politischen Entwicklung nach der Währungsreform konnte jedoch der Zusammenhang mit den Züchtern in der Sowjetzone nicht mehr wie erforderlich aufrechterhalten werden, besonders weil ein großer Teil der Mitglieder überwiegend in Sachsen ansässig war. Hinzu kam noch, dass der damalige Vorsitzende Beulner Anfang 1947 verstarb. Der Rest in der britischen Zone war unter diesen Umständen nicht mehr lebensfähig als selbständiger SV, zumal ja auch nicht einmal ein Zusammenschluss mit der amerikanischen und französischen Zone in dieser Zeit erlaubt war.

Teilweise schlossen sich die Zwerg-Reichshuhn-Züchter nachweisbar den wiedererstandenen allgemeinen Zwerghuhnzüchtervereinen an. Andere Züchterfreunde, überwiegend solchen, die auch die Großrasse züchteten, blieben mit ihren Zwergen auch beim SV der Großrasse, weil es in der britischen Zone praktisch keinen anderen Weg gab.

Sozusagen gleichzeitig mit den örtlichen und gebietlichen Organisationen hatte sich u. a. in der britischen Besatzungszone eine Teil-Organisation des späteren BDRG gebildet. Wenn nun der damalige Präsident der Geflügelzüchter der britischen Zone in einem Schreiben vom 21. Januar 1948 an den SV der Reichshuhnzüchter es begrüßte, dass sich auch Zwerg-Reichhuhn-Züchter im Interesse der Entwicklung der Zwerge dem SV der Großrasse angeschlossen hatten, was dieses nach Lage der Dinge sehr verständlich und begrüßenswert.


Die Situation nach der Gründung des BDRG


So weit, so gut. Aber diese Zustimmung konnte rechtlich nur für das Gebiet der britischen Zone von Bedeutung sein. Denn erst ein Jahr später, am 16. März 1949, konnte der heutige BDRG gegründet werden. An diesem denkwürdigen Tag trug der jetzige Präsident des BDRG, Zfr. Ziebertz, vor dem Gründungsakt seine Gedanken über die endgültige Form und Organisation des BDRG in einer Ansprache vor. U. a. sagte er in Bezug auf die Zwerghuhnzucht‘. „Die SV sind Träger der Rassegeflügelzucht und haben auch ein Recht an der Mitbestimmung, ebenso die Zwerghuhnzüchter und nicht zuletzt auch unsere Taubenzüchter. Diese Körperschaften müssen Sitz und Stimme in unserer neuen Dachorganisation haben.“

Diese damaligen Vorstellungen haben dann auch in der Folgezeit ihre Vollendung gefunden und zur heutigen Organisationsform des Bundes mit den einzelnen Fachverbänden und den Landesverbänden geführt. Nachdem im Sommer 1949 im Laufe der vorstehenden Entwicklung der Zusammenschluss der Zwerghuhnzüchter- und Sondervereine zum „Verband der Zwerghuhnzüchtervereine“ erfolgte, hatten die Zwerghuhnzüchter endgültig die Möglichkeit. sich dem Verband anzuschließen. Obwohl der „SV der Züchter der Deutschen Reichshühner und deren Zwerge“, wie er sich inzwischen nannte, nunmehr die Gelegenheit hatte, seine Mitglieder, die Zwerge züchteten, dem Verband in irgendeiner Form (z. B. unter Benennung eines Obmannes) anzuschließen, ist dieser Wunsch der Zwerg-Reichshuhn-Züchter niemals in Erwägung gezogen worden.


Die Wiedergründung des Sondervereins


Wenn die Zwerg-Reichshühner durch die geschilderten Umstände ins Hintertreffen geraten waren und wieder vorwärts gebracht werden sollten, dann mussten die interessierten Züchter versuchen, einen neuen Weg zu finden, der zu neuer Tätigkeit anreizte. Zunächst machten sie sich anlässlich der Deutschen Junggeflügelschau 1956 in Hannover in der Organisation unter der Führung des Zfr. Knieper wieder selbständig, d. h. der “SV der Züchter Deutscher Zwerg-Reichshühner“ wurde für das Gebiet des BDRG wieder ins Leben gerufen und ist seit dem 01.01.1957 als einziger Verein dieser Rasse dem Verband der Zwerghuhnzüchtervereine angeschlossen.


Bilanz nach den Jahren

Viele Jahre sind nunmehr seit dem Beschluss, den SV der Züchter Deutscher Zwerg Reichshühner erneut aus der Taufe zu heben, vergangen. Führwahr, es war ein glücklicher Entschluss. In der Tat ist das Bestehen des SV an sich kein Vorgang von besonderer Bedeutung. Aber entscheidend ist doch, was ein SV in dieser Zeitspanne an züchterischer Arbeit für die Entwicklung und Vervollkommnung der Rasse geleistet hat. Seit der Herauszüchtung der Rasse im Jahr 1930 hat es gewiss Höhepunkte in der Zucht gegeben, aber manche Rückschläge haben der Rasse oft viel Abbruch getan. Leider fehlte es zeitweise auch an einer klaren und genaueren Zielsetzung im Hinblick auf die Zuchtausrichtung, die doch Vorraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung einer Rasse ist. Nach der Neugründung des SV der Züchter Deutscher Zwerghuhn-Reichshühner begann dieser sogleich mit einer intensiven Aufbauarbeit auf gebietlich breiter Grundlage. Der Vorstand kam öfter zusammen, um Richtlinien für eine umfassende Aufklärungsarbeit festzulegen. Durch Rundschreiben und Berichte in der Fachpresse wurde die Werbung mit Nachdruck vorangetrieben, sodass sich in einer verhältnismäßig kurzen Zeit eine beachtliche Zahl von Züchtern dem SV anschloss. Bei der letzten JHV anlässlich der traditionellen Sommertagung konnte bekannt gegeben werden, ‚dass nunmehr über 80 Mitglieder dem SV angehörten und sich zur Mitarbeit bereit gefunden haben. Eine wirksame Unterstützung erhielt der SV in den Anfangsjahren durch den inzwischen verstorbenen Vorsitzenden des Verbandes Zwerghuhn-Reichszüchter-Vereine Zfr. Christian Scheiding . Aber auch dessen Nachfolger als Verbandsvorsitzender Zfr. Georg Beck Sprendlingen, hält jederzeit seine schützende Hand über unseren SV.

Die Schaffung der Bezirke


Durch die stetig wachsende Mitgliederzahl wurde es im Interesse der Mitglieder schon bald erforderlich, Bezirke zu schaffen. So wird heute der Bezirk Nord von Ztr. Christian Rhode, Kiel, der Bezirk Nord-West von Otto Jarecki und der Bezirk West von Zfr. Heinrich Hesse, Schloß Neuhaus, geleitet. Ein Bezirk Süd soll demnächst endgültig ins Leben gerufen werden. Um einen engeren Kontakt unter den Mitgliedern herzustellen, wird in jedem Jahr außer den Zusammenkünften bei den größeren Schauen eine Sommertagung durchgeführt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. 1972 findet diese Anfang Juni in Kiel statt.


Steigende Ausstellungsfreudigkeit


Bei den größeren Schauen kann eine steigende Ausstellungsfreudigkeit verzeichnet werden. So standen z. B. bei der letzten Zwerghuhnschau in Osnabrück 148 Tiere fast aller anerkannten Farbenschläge.


Das Zuchtziel


Den Züchtern der Zwerge ging und geht es einzig und allein um die Förderung und Verbreitung der Zwerge in allen Gebieten unseres Vaterlandes. Sie glauben und wissen, dass dies ihre ureigene Aufgabe ist, für deren Verwirklichung sie sich mit ganzer Kraft einsetzen. Der SV wird daher auch nichts unversucht lassen, um dem schönen Deutschen Zwerg-Reichshuhn den Platz zu erkämpfen, auf den es als deutsches Zwerghuhn Anspruch hat. Ein besonderer Wert wird der züchterischen Arbeit beigemessen. Hierin sieht der SV seine Hauptaufgabe. Das Deutsche Zwerg Reichshuhn soll stetig verbessert und verfeinert werden. Bei Erhaltung der Widerstandskraft und Vitalität, typischen Form und ansprechenden Zeichnung ist eine vernünftige Zwergengröße das erstrebte Zuchtziel.


Erreichtes und Unerreichtes


Rückschauend darf wohl festgestellt werden, dass Mühe und Arbeit der Mitglieder des SV nicht vergeblich waren. Wer sollte auch nicht Freude an diesen niedlichen und doch in ihrer Art markanten. farbenprächtigen Reichshuhnzwergen haben? Sicherlich bleibt trotz der unstreitbaren Erfolge, die der SV unter der Führung seines 1. Vorsitzenden Richard Knieper in den verflossenen Jahren aufzuweisen hat, noch manche züchterische Arbeit zu tun. Hier ist besonders an die jüngeren Farbenschläge Rot, Gestreift, Schwarz, Birkenfarbig und Gelb-Columbia gedacht, bei denen doch noch manche Schwierigkeiten in züchterischer Hinsicht zu überwinden sind. Bei den alten Farbenschlägen wie Hell und Weiß konnte immerhin schon ein viel versprechendes Ergebnis erreicht werden.

Für die umfangreiche, intensive und erfolgreiche Arbeit des SV spricht, dass auch die jüngeren Mitglieder bei den Spitzenschauen zum Erfolg kommen. Im Rückblick dürfen wir die Hoffnung hegen, dass immer mehr Freunde der Zwerghuhnzucht sich der Zucht der Deutschen Zwerg-Reichshühner zuwenden. Interessenten können sich im Anzeigenteil des DKZ über die zuständigen Anschriften des SV unterrichten.

Otto Jarecki

Aus Hühner und Zwerghühner 21/1998

Elegante, feinknochige, rosenkämmige Rasse:

Aktueller Zuchtstand der Deutschen Zwerg-Reichshühner


1,0 Deutsche Zwerg-Reichshühner, hell,

Deutsche Junggeflügelschau Hannover

1996 hv BLPW (Heinz Steinkemper, Verl)

0,1 Deutsche Zwerg-Reichshühner, rot

76. Nationale Rassegeflügelschau

Dortmund 1994

hv SE (Heinrich Diehl, Schrecksbach).

Als Leser dieser Fachzeitschrift und als Besucher von Geflügelschauen sind Ihnen die Deutschen Zwerg-Reichshühner sicher nicht unbekannt. Vielleicht gehören Sie zu der Gruppe, die züchterisch schon mit der Rasse vertraut ist. Oder gehören Sie zu denen, die schon seit längerem gerade mit dieser Rasse geliebäugelt haben, ohne einen direkten Zugang zu ihr zu bekommen? Hoffentlich tragen die folgenden Zeilen dazu bei, neue Liebhaber oder Interessenten für die Rasse, die in sieben anerkannten Farbenschlägen gezüchtet wird, zu gewinnen.

Attraktive Farbenschläge

Analog zur Großrasse werden die Deutschen Zwerg-Reichshühner in den Farbenschlägen Weiß, Hell, Schwarz, Rot, Gelb-Columbia, Gestreift und Birkenfarbig gezüchtet. Die seltenen Farbenschläge der »Großen«, Silber- und Gold-Schwarzgesäumt, haben bei der Zwergrasse noch nicht Einzug gehalten. Wenn es auch vereinzelt Züchtungsversuche gegeben hat, silber-schwarzgesäumte Deutsche Zwerg-Reichshühner herauszuzüchten, so ist es doch bei Versuchen geblieben. Anders verhält es sich dagegen bei dem seit zwei Jahren von Karl Dersch in Wetter gezüchteten Farbenschlag Rost-Rebhuhnfarbig, der in diesem Jahr mit schon akzeptablen Typen und Farben im Sichtungsverfahren im Rahmen der Deutschen Junggeflügelschau Hannover vorgestellt wurde. Welchen Weg dieser neue Farbenschlag in der Zukunft gehen wird, ist unbekannt. Viel Erfolg wünscht man ihm allemal.

Doch bevor über Zukunftswege spekuliert wird, erscheint zunächst der Blick aus der Gegenwart zurück in die Vergangenheit angebracht.

Entstehung

Nachdem schon 1908 die Großrasse in den Farbenschlägen Hell und Weiß anerkannt war, dauerte es doch relativ lange, bis mit der Erzüchtung der Zwergrasse begonnen wurde. Aufzeichnungen belegen Zuchtversuche schon in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts. Den eigentlichen Durchbruch und die Anerkennung schaffte die Rasse jedoch erst Anfang der dreißiger Jahre.

Genauere Angaben gestalten sich schwierig, zumal unterschiedliche und zum Teil voneinander abweichende Ansichten über die Anerkennung bestehen. Es soll und kann aber nicht primär die Aufgabe dieses Beitrags sein, in diesem Bereich auf Spurensuche zu gehen; vielmehr geht es darum, den Lesern Merkmale und Besonderheiten gerade dieser Rasse näher zu bringen.

Rassemerkmale und Entwicklung

Wie jede andere Rasse auch weisen die Deutschen Zwerg-Reichshühner rassetypische, unverwechselbare Rassemerkmale auf, die exemplarisch auf alle Farbenschläge zutreffen. Sie kurz allgemein zu erwähnen, erscheint sinnvoll, zumal im weiteren Verlauf konkret auf die anerkannten Farbenschläge eingegangen wird.

Die Form wird als gestreckte, abgerundete Rechteckform bezeichnet, mit parallel verlaufender Ober- und Unterlinie. Die Haltung ist waagerecht. Die Flügel sind fest anliegend, und die Flügelunterkarite liegt parallel zur Oberlinie, dem Rücken. Wichtig ist, dass die Flügelspitzen das Körperende nicht überragen. Der Schwanz ist mittellang und mit reichlich Deckfedern versehen. Er ist im Ansatz breit und winkelt. Als Kamm wird ein fein geperlter, gut gewölbter Rosenkamm gefordert, wobei der Dorn der Nackenlinie folgt, aber nicht aufliegt. Jede Forderung nach mehr Kammbreite, gerade im vorderen Kammbereich, muss zurückgewiesen werden, da schnell die Kämme bei beiden Geschlechtern zu breit werden und zu einem typischen eleganten Kopf nicht mehr passen. Ein Blick hinüber zu einzelnen Farbenschlägen der Zwerg-Wyandotten kann zur Beurteilung des Kammes für Preisrichter und Züchter schon einmal hilfreich sein.

Der Stand ist mittelhoch, wobei die Schenkel mit einem fest anliegenden Gefieder immer gut sichtbar sein müssen. Fest anliegend muß auch das Gefieder im allgemeinen gefordert werden, denn nur ein festanliegendes Gefieder bildet eine wesentliche Grundlage zu der geforderten Eleganz.

Ich habe bewusst die Hauptrassemerkmale herausgegriffen, die meines Erachtens in den letzten Jahren — von Ausnahmen abgesehen — zu erheblichen Abweichungen geführt haben. Abweichungen, auf die ich bei der Vorstellung der einzelnen Farbenschläge noch zurückkomme. Weitere Einzelheiten kann jeder Interessierte im Standard nachlesen.

Alle Farbenschläge müssen sich zunächst dem Standard anpassen und nicht umgekehrt. Sicherlich gilt es, bei einzelnen Farbenschlägen in Nuancen Abstriche zu machen, die, um sie aber dem Züchter verständlich zu machen, präzise abgesprochen werden müssen. Es sollten aber Nuancen bleiben, wobei das Ziel der Standardforderungen nie aus dem Blickfeld rücken darf.

Uber Jahre haben sich viele Züchter bemüht, die Qualität der einzelnen Farbenschläge zu verbessern, was, so kann man heute sagen, überwiegend gelungen ist. Das Erreichte zu würdigen ist eine Sache; in sachlich kritischer und im Ton angemessener Auseinandersetzung zwischen allen Beteiligten auf Missstände und Standardabweichungen hinzuweisen, um qualitative Verbesserungen zu erreichen, eine andere. Dabei ist die Qualität der einzelnen Farbenschläge ein nicht zu unterschätzender Faktor für die weitere Entwicklung der Rasse in der Zukunft.

Helle

Hell ist der älteste und am meisten gezüchtete Farbenschlag der Deutschen Zwerg-Reichshühner. Dies belegen die Zahlen der ausgestellten Tiere bei den Sonderschauen, die sich immer — sieht man von wenigen Ausnahmen ab — bei 40 plus x bewegen. Zeichnungsmässig handelt es sich bei den Hellen um eine so genannte Golumbiazeichnung. Die Grundfarbe ist weiß. Die Farbe Schwarz beschränkt sich auf bestimmte Federbereiche, so z.B. auf überwiegende Teile der Schwanzpartie, Bereiche der Arm- und Handschwingen sowie der Hals- federn, mit Ausnahme der Säumung, die weiß ist. Schwarzbereiche sind beim Hahn auch die angedeutete Sattelzeichnung. Angedeutet heißt, dass der weiße Rücken gut sichtbar sein muss. Vorsaum ist nur vereinzelt anzutreffen. Von Vorsaum spricht man dann, wenn bei den Halsfedern das Schwarz in den weißen Federrand hineinragt.

Die Kämme müssen zukünftig wieder mehr Beachtung erfahren. Häufig ist die Kammfront zu breit und die Kammfülle am Anfang zu gering, wodurch eine Lücke im Vorkamm sichtbar wird. Auch sollte gerade bei den Hennen die Wölbung des Kammes mehr der Kopfform angepasst sein.

Eine korrekte Schwingenfarbe bei den Handschwingen mit weißer Außen- und schwarzer Innenfahne ist bei den meisten Tieren vorhanden. Auffallend viele Tiere, überwiegend Hennen, haben Probleme mit der Standhöhe. Sie stehen einfach zu tief. Damit aber die Eleganz gewahrt bleibt, ist besonders auf eine gewisse Standhöhe mit gut sichtbaren Schenkeln zu achten. Eine feine Deckfedersäumung trägt mit dazu bei, die Farbkontraste Schwarz, Weiß und Rot noch besser hervorzuheben. Der weiße Saum sollte aber nicht zu breit sein und sich von dem schwarzen Federfeld klar abgrenzen.

Weiße

Die Weißen haben in den letzten Jahren eine von der Zahl her kleinen, aber aktiven Züchterstamm gehalten. Gegenüber den Hellen waren die Zahlen der ausgestellten Weißen eher bescheiden, doch die Qualität war recht ansprechend. Zahlenmäßig bildete die 1. Gesamtdeutsche Deutsche Reichshuhn- und Zwerg-Reichshuhn-Schau eine Ausnahme. Dort waren 68 weiße Deutsche Zwerg-Reichshühner ausgestellt. Das knappe, eng anliegende Gefieder ist bei den Weißen teils besser ausgeprägt als bei den Hellen. Die weiße Farbe lässt aber schon einmal zu wünschen übrig. Man sollte wissen: Weiße Tiere wirken im Ausstellungskäfig aber nur dann, wenn die Farbe weiß und das Gefieder nicht durch Schmutz verunreinigt ist. Deshalb sollte sich jeder Aussteller im klaren darüber sein, daß die Tiere vor den Ausstellungen gewaschen werden müssen, wenn die Haltungsbedingungen keine weißen Tiere garantieren.

Mit dem korrekten Schwanzaufbau hat der Farbenschlag bei beiden Geschlechtern schon seit längerem erhebliche Probleme. Warum dieser Fehler verstärkt bei den Weißen auftritt, läßt sich nicht lückenlos klären. Wahrscheinlich haben die Züchter zu wenig darauf geachtet, oder die Preis- richter sind zu leichtfertig mit diesem Rassemerkmal umgegangen. Bei einem korrekten Schwanzaufbau liegt die unterste Feder am weitesten innen. Alle weiteren Federn bauen sich vertikal darüber auf, wobei die nächste Feder einen Teil der darunter liegenden Feder außen verdeckt. So liegt die oberste Feder am weitesten außen. Jede abweichende Wachstumsvariante beeinträchtigt die geschlossene Schwanzform. Die Züchter haben durch strenge Auslese, die Preisrichter durch konsequente Bewertung die Mittel zur Qualitätsverbesserung dieses Rassemerkmals in der Hand.

Schwarze

Die Schwarzen haben in den vergangenen 3 bis 4 Jahren einen nie geglaubten Aufschwung erlebt. 26 Tiere wurden allein bei der diesjährigen Deutschen Junggeflügelschau Hannover ausgestellt. Der aparte Farben- schlag mit seinem grünen Glanz auf der schwarzen Feder findet jedes Jahr mehr Liebhaber. Durch das eng anliegende Gefieder wirkt der Farben- schlag sehr elegant. Im Vergleich zu den Hellen und Weißen sollten die Hähne auf breiter Basis noch etwas länger werden.

Die helle Beinfarbe, ein Problem gerade der Hennen, ist in den letzten Jahren kontinuierlich besser geworden. Die hin und wieder bei den Hennen dunklere Beinfarbe ist ein genetisches Problem und hängt mit den Geschlechtschromosomen zusammen.

Die Kopfpunkte wurden bei beiden Geschlechtern erheblich verbessert. Bei Spitzentieren weichen die Kopfpunkte nur noch minimal von den ldeal Forderungen des Standards ab. Die Ursachen für die häufiger auftretenden Fehlfarben, bei denen die Tiere braune, weiße, silberne, goldene und braune Farbvarianten aufweisen, sind bis heute nicht restlos geklärt.

Gelb-Columbiafarbig

Der Farbenschlag Gelb-Columbia entspricht in seinen Farbkontrasten den Hellen, aber mit einem Unterschied: Das, was bei den Hellen weiß ist, ist bei den Gelb-Columbiafarbigen gelb. Leider hat der Farbenschlag nicht die Verbreitung gefunden, die sich nach seiner Anerkennung andeutete und die man aufgrund der Farbkontraste erwarten konnte. Die Zahl der Züchter und Aussteller stagniert ein wenig. Trotz allem ist die Qualität formlich und farblich bei beiden Geschlechtern sehr gut. Farblich zu helle oder scheckige Tiere trifft man nur noch selten. Ob eine zu helle Mantelfarbe witterungsbedingt ist, erscheint mir fraglich, Ich denke, es ist eher ein genetisches Problem.

Tendenziell neigt der Farbenschlag zu Übergrößen. Oftmals sind im Vergleich zu anderen Farbenschlägen Hähne und Hennen zu groß und wirken dadurch sehr schnell plump, worunter auch die Feingliedrigkeit der Läufe leidet.

Rote

Die Roten hatten lange Zeit Existenzprobleme. Auch war die Qualität nicht besonders berauschend, wobei Ausnahmen die Regel bestätigten. Vor ein paar Jahren haben sich mehrere Züchter diesem Farbenschlag angenommen und ihn qualitativ verbessert. Durch die Einkreuzung von Zwerg-Rhodeländern verbesserten sich die Standhöhe, die Schenkelfreiheit, die Schwanzpartien, besonders bei den Hähnen die Form, die Unterlinie und nicht zuletzt die Farbe. Zuchtziel ist aber nicht ein zu dunkles Rot. Natürlich läßt sich die Einkreuzung durch auftretende Einfach- kämme und gelb angelaufene Beinfarbe nicht verbergen. Aber angesichts der Erfolge, die erzielt wurden, sind die Rückschläge bedingt durch die Einkreuzung nur von untergeordneter Bedeutung. Bestimmt wird der Farbenschlag in der Zukunft noch mehr Liebhaber finden.

Birkenfarbige

Viele Liebhaber haben dagegen schon die Birkenfarbigen mit ihren ausgeprägten Farbkontrasten gefunden. Farblich sind beim Hahn Kopf, Hals- und Sattelbehang silberweiß mit schwarzen Schaftstrichen. Rücken und Flügeldecken sind silberweiß. Braun- und Gelbtöne stören das Gesamtbild und sind fehlerhaft. Das übrige Gefieder ist schwarz, wobei die Brustfedern bis zur Kropfpartie silber gesäumt sind. Bei der Henne sind Kopf und Hals gezeichnet wie beim Hahn, der Rest ist schwarz. Feiner Grtinglanz vermittelt der Farbe noch eine Spur mehr an Eleganz. Der Farbenschlag ist gut durchgezüchtet. Dies zeigen regelmäßig die Spitzentiere, besonders bei den Hennen, die bei jeder Sonderschau anzutreffen sind. Probleme haben die Hähne im Ausstellungskäfig oft mit der waagerechten Haltung. Häufig stehen sie in abfallender Körperhaltung, was nun gar nicht zu der Rasse paßt. Wie bei anderen Farbenschlägen auch werden die

Züchter mittelfristig auch dieses Problem in den Griff bekommen.

Gestreifte

Bei den Gestreiften ist die Anzahl der Zuchten sehr gering. Im Bestand ist dieser Farbenschlag extrem gefährdet. Aktive Züchter sucht der Farben- schlag händeringend. Bei den Groß- schauen hat man ihn in letzter Zeit so gut wie nicht mehr gesehen (Ausnahme Deutsche Zwerghuhnschau Köln 1997). Doch regelmäßig tauchte der Farbenschlag dann wieder auf, wenn Sonderschauen abseits der Großschauen stattfanden. Farblich gesehen soll bei beiden Geschlechtern jede Feder in mehrfachem, scharf abgegrenztem Wechsel von Schwarz und Milchgrau, möglichst gradlinig quergestreift sein. Jedes Federende soll schwarz sein, was zu erreichen schwierig ist. Die schwarzen Streifen sind bei der Henne breiter, wodurch sie gegenüber dem Hahn dunkler erscheint. Vielleicht tragen die Zeilen dazu bei, für den Farbenschlag neue Liebhaber zu finden.

Ausblick

Mit dem letzten Farbenschlag, den Gestreiften, haben ich nun alle 7 Farbenschläge der Deutschen Zwerg-Reichshühner vorgestellt. Dies konnte in diesem Rahmen nur in Kurzform und subjektiv geschehen. Detaillierte Ausführungen sind durch den betreuenden Sonderverein zu erhalten. In diesem Zusammenhang weise sich auf zwei ausführliche Rasseberichte über die Farbenschläge Gelb-Columbia und Hell von mir hin, die im DKZ Nr. 17/1991 und im DKZ Nr. 16/1994 erschienen sind.

Wenn es gelungen sein sollte, den einen oder Der Werdegang der Dt. Zwergreichshühneranderen Zuchtfreund für die Rasse zu interessieren, dann hat der Bericht sein Ziel erreicht. Kontaktadresse des Sondervereins:

Friedhelm Käberich